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Wir haben unsere Bildergalerie aktualisiert. Schauen Sie gern mal vorbei: https://bach-festival.de/das-bach-festival/archiv/

Wenn Sie noch Schnappschüsse aus diesem Jahr haben, würden wir uns freuen wenn Sie uns diese zusenden: info@bach-festival.de.

Mit dem letzten Takt der A-Cappella Formation „Singer Pur“ ist am Sonntag, dem 17. Juli 2022, das 17. Arnstädter Bach-Festival in der Bachkirche zu Ende gegangen. 25 Veranstaltungen verteilt auf fünf Festivaltage liegen hinter dem Organisationsteam.

„Wir sind glücklich, dass das Festival in dieser Sommervariante stattfinden konnte, was für das Festival einen großen Mehrwert mit sich brachte, da die Sommerkirchen (Oberkirche und Liebfrauenkirche) zusätzlich mit bespielt werden konnten. Wir haben wunderschöne Konzerte erlebt und wunderbare Begegnungen mit Gästen und Musikern gehabt“, so die Festivalmanagerin Alexandra Lehmann.

Der Vorverkauf für die Festivalreihe verlief zögerlich – eine Erfahrung, die andere Veranstalter sowie die Musiker für vergangene Auftritte bestätigten. Die Befürchtung, am Konzerttag erkrankt/in Quarantäne zu sein, hinderte viele Gäste daran, im Voraus Tickets zu kaufen. Dieses Ergebnis ging aus einer Umfrage unter den Konzertbesucherinnen und -besuchern hervor.

„Wir haben in diesem Jahr festgestellt, dass zirka 40 Prozent der Konzertbesucher lieber kurzentschlossen an die Abendkassen kamen“, so Lehmann weiter. Zur 17. Auflage konnten ca. 1000 Gäste in der Bachstadt begrüßt werden.

Aktuell laufen Gespräche, in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt das 18. Arnstädter Bach-Festival im kommenden Jahr stattfinden wird.

Eine einzigartige Akustik im Konzert und auf CD

Die Oberkirche ist für viele Arnstädter nicht nur die schönste Kirche der Stadt, sie wird von Musikern und Publikum auch für ihre besondere Akustik geschätzt. Im Rahmen des Arnstädter Bach-Festivals bietet Klaus Mertens eine besondere Möglichkeit, diese Akustik zu genießen. Der Bassbariton singt am Freitag, dem 15. Juli, Lieder aus Schemellis „Musicalischem Gesangbuch“ sowie Werke von Johann Sebastian Bach, Heinrich Bach und Georg Böhm.


Ganz ohne Publikum spielte das Thüringer Bach Collegium in den vergangenen Tagen eine neue CD in der Oberkirche ein. „Wir haben Werke von Pietro Locatelli aufgenommen, die der aus Italien stammende Komponist hier in Mitteldeutschland schuf“, verrät Gernot Süßmuth. Der Künstlerische Leiter des Orchesters kennt den besonderen Klang der Oberkirche genau.


„Die Akustik“, erklärt Süßmuth, „wird vom Gebäude selbst und der Möblierung beeinflusst. Das Tonnengewölbe der Oberkirche und die Logen im Raum brechen den Schall, so dass ein schöner, warmer Klang entsteht.“ Das bestätigen auch die an den Aufnahmen beteiligten Tonmeister, die von dem einzigartigen Klangraum vollkommen begeistert waren.


Die Veröffentlichung der neuen CD plant das Thüringer Bach Collegium für Oktober. Die Wartezeit bis dahin verkürzt das Arnstädter Bach-Festival.

Während der Festivalwoche (13.07. – 17.07.2022) hat die Tourist-Information Arnstadt geänderte Servicezeiten:
Montag – Freitag: 10:00 – 18:00 Uhr
Samstag, Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr

Öffnungszeiten Johann-Sebastian-Bach-Kirche:
Montag – Samstag: 10:00 – 16:00 Uhr
Sonntag: 11:00 – 16:00 Uhr

Öffnungszeiten Oberkirche:
Montag – Freitag: 13:00 – 16:00 Uhr
Samstag, Sonntag: 11:00 – 15:00 Uhr

Öffnungszeiten Liebfrauenkirche:
Mittwoch – Samstag: 10:00 – 12:00 Uhr
Sonntag: 13:00 – 15:00 Uhr

Die Öffnungszeiten der Kirchen können ggf. wegen Konzertproben abweichen. Wir sind bestrebt die Kirchen so lang wie möglich offen zu halten. Bitte orientieren Sie sich anhand der Kirchenaushänge. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Von großen Genies und starken Frauen

Das diesjährige Bach-Festival beginnt am Mittwoch, dem 13. Juli 2022, mit einem Konzert der Pianistin Ragna Schirmer. In der Arnstädter Bachkirche spielt die vielfach ausgezeichnete Musikerin Werke von Bach, Liszt und Schubert an einem Salonflügels der Firma Steinway & Sons. Im Interview verrät sie, was sie mit J. S. Bach verbindet, was sie an Clara Schumann fasziniert und warum sie gern an authentischen Orten spielt.

Auf Ihrer ersten CD sind Bachs Goldbergvariationen zu hören. Welche Verbindung haben Sie zu J. S. Bach?

Johann Sebastian Bach ist für mich der größte Genius, betrachtet man die Perfektion der horizontalen und vertikalen Melodie-Führung. Schon als pianistische Anfängerin war ich von der Komplexität und Schönheit der Kleinen Präludien fasziniert und diese Begeisterung hält bis heute an. Da mich die Goldbergvariationen schon lange begleiten, mussten diese mein CD-Debüt werden.

Clara Schumann ist eine weitere Persönlichkeit, die in Ihrem Werk eine zentrale Rolle spielt. Woher entspringt die Faszination für diese Künstlerin?

Clara Schumann war eine starke Frau: Unternehmerin, Managerin, Mutter, Pianistin, Komponistin. Sie muss ungeheuer zäh und willensstark gewesen sein. Eine solche Leidenschaft findet man heutzutage selten, aber im 19ten Jahrhundert mit den durchaus beschwerlicheren Lebensumständen ist ihre Leistung nicht hoch genug zu schätzen!

Sie sind bereits in der Arnstädter Bachkirche aufgetreten, aber auch im Dresdner Coselpalais, in dem Clara Schumann oft spielte. Was macht den Reiz aus, an authentischen Orten zu musizieren?

An authentischen Orten zu musizieren, das ist immer ein ganz besonderes Gefühl: zu wissen, der Komponist, dessen Werk ich aufführe und mit dessen Leben und Wirken ich mich so viel beschäftige, war hier, hat in diesem Raum geatmet, gelacht, gelächelt, das bewegt mich und hebt mich. Das sind so magische Momente, die man nicht begreift. Aber fühlt.

Und worauf freuen Sie sich, wenn Sie im Juli in Arnstadt zu Gast sind?

Ich freue mich auf die Kirche, das Publikum, und ich freue mich auf das sehr exklusive Programm, was einen Bogen von Bach bis Busoni spannt.

Im Interview mit Klaus Mertens zu seinem geplanten Auftritt in der Oberkirche. Der Bassbariton ist viel unterwegs. Unsere Anfrage hat er vor seiner Abreise nach Lugano mit einer so wundervollen Mail beantwortet, welche wir im ursprünglichem Wortlaut wiedergeben.

Während dieses Interviews befinde ich mich in der Nachbereitung meiner Konzertreise von Leipzig, wo nach zwei – nicht nur für alle Bach-Freunde und Musiker – extrem schwierigen Jahren nun wieder das große Bachfest unter weitgehend „normalen“ Verhältnissen über die Bühne gehen konnte. Dabei hatte ich das große Glück, meine drei Konzertbeiträge in den drei originalen Bachkirchen singen zu können: So gab es in der Thomas- sowie der Nikolai-Kirche zu Bach’s Zeit zahlreiche Erstaufführungen seiner Werke sowie Dienste mit Kantaten, Motetten, geistlicher Musik überhaupt. In der inzwischen wieder aufgebauten Pauliner Kirche (Universitätskirche) versah Bach regelmäßig gewisse Dienste. Dass man in St. Thomas sogar an seinem Grab musiziert, toppt eigentlich alles. Für mich ist es stets etwas sehr Besonderes und zusätzlich motivierendes, an originalen Orten singen zu können. So verhält es sich auch mit Arnstadt, wo der junge Bach bereits Großes schuf.

Dass ich in meiner bisherigen Karriere das große Glück hatte, als weltweit einziger Sänger das gesamte vokale Werk Johann Sebastian Bach’s und Dieterich Buxtehudes in zahllosen Konzerten zu singen und auf CD zu produzieren, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, Freude, auch mit ein wenig Stolz. Die Frage nach der damit gewiss auch verbundenen physischen Belastung – all dies ist natürlich auch ein Kraftakt – stellte sich mir dabei allerdings nie. Bis heute werden bei mir derartige Fragen überlagert von meiner grenzenlosen Begeisterung für die Vokalmusik – heute freilich mit einem schier grenzenlosen Spektrum – und der Freude am Gesang.

Im Gegensatz zu anderen Epochen – vorher wie nachher – begeistert mich am Barock die Fülle, Pracht und Üppigkeit auf allen Ebenen. In der Musik – hier exemplarisch und im besten Sinne nicht nur in den vokalen Werken Bach’s zur Übereinstimmung gebracht – kommen für mich der Gottesbezug, die tiefe Gläubigkeit hinzu. Etwas, was heute weitgehend abhanden gekommen ist und beim Erleben Bachscher Musik wieder durchschimmert.

In diesem Jahr 2022 erinnert sich die Musikwelt u.a. des 125. Todesjahres des großen Romantikers Johannes Brahms – ebenfalls ein großer Verehrer der einzigartigen Kompositionskunst Johann Sebastian Bach‘s. Neben zahlreichen wunderschönen Liedern komponierte Brahms jedoch nur einen Liederzyklus: „Die schöne Magelone“. Er basiert auf der ebenso alten wie beliebten provençalischen Liebesgeschichte, deren romantisierte Version von Ludwig Tieck Brahms als Basis diente. Eine Besonderheit dieses Zyklus‘ ist, dass normalerweise ein Sprecher / Schauspieler die Liebesgeschichte zwischen den 15 Liedern weiter erzählt. Da ich neben meiner Tätigkeit als Sänger sehr gerne auch Sprechrollen übernehme, ist es alleine schon eine Besonderheit dieser CD beziehungsweise der Konzerte mit diesem Zyklus, dass ich hier beide Rollen übernehme. Auch diese CD spielte ich in der für alle Musiker so schweren Corona – Zeit ein.

Sehr gerne wäre ich bereit, auch diesen wunderschönen Liederzyklus in Arnstadt zu singen.

In Vorfreude auf dieses Konzert bei Ihnen in Arnstadt grüße ich herzlich,

Klaus Mertens

Ab sofort ist das Programmheft mit allen wichtigen Informationen zu den Künstlern und den Konzertprogrammen erhältlich.

Wo? Tourist-Information Arnstadt, Makt 1, 99310 Arnstadt oder ab der nächsten Woche jeweils an den Abendkassen zu den Konzerten.

Der Geschäftsführer von Arnstadt Kristall, Christian Heller, hat dem Team des Arnstädter Bach-Festivals, Werkleiter Jörg Neumann und Festivalmanagerin Alexandra Lehmann, die diesjährigen Künstlerpräsente überreicht. Wie im letzten Jahr unterstützt Arnstadt Kristall das Arnstädter Bach-Festival mit hochwertigem personalisierten Kristall, welches im werkseigenen Betrieb verarbeitet wird.

„Für uns ist es in wunderbares Geschenk mit regionalem Bezug, welches wir an unsere Musiker weitergeben.“, so Werkleiter Jörg Neumann.

Zum heutigen Tag des Kusses wurde unser junger Arnstädter Bach mit ganz vielen Luftküssen verwöhnt. Kantor Jörg Reddin, Festivalmanagerin Alexandra Lehmann und Yvonne Franke vom Festivalteam konnten es sich nicht nehmen lassen.

Auf den Spuren der Bachfamilie

Der Komponist Johann Sebastian Bach verbrachte die Hälfte seines Lebens in Thüringen, bevor es ihn nach Köthen und Leipzig zog. In diesen Tagen erinnert Leipzig mit dem Bachfest an den großen Thomaskantor. Arnstadt, wo J. S. Bach seine Jugend erlebte, feiert vom 13. bis 17. Juli sein Bach-Festival unter dem Motto „Lied, Klang und Gesang“. Bei so vielen Gemeinsamkeiten bleiben gegenseitige „Familienbesuche“ in den Bachorten nicht aus.

Bereits am Montag, dem 13. Juni, durfte der Arnstädter Bachchor, dessen Chorleiter Jörg Reddin auch Programmchef des Arnstädter Bach-Festivals ist, vor ausverkauftem Haus im Leipziger Paulinum singen. Einen Tag später begab sich das Bachfest Leipzig, zu einer Konzertfahrt, nach Arnstadt auf die Spuren der Familie Bach. Die beiden gegenseitigen Konzerte sind nicht der einzige Austausch zwischen den Bachstädten.

Die Managerin des Bach-Festival Arnstadt, Alexandra Lehmann, ist nach Leipzig gereist, um für ihre Konzertreihe zu werben. Gelegenheit dazu bietet die Präsentation der Himmelsburg durch die Thüringer Tourismus GmbH.

Die Himmelsburg, für die Bach seine wunderbaren Weimarer Kantaten schrieb, ging 1774 durch einen Brand verloren. In einem ambitionierten Projekt wurde sie zumindest virtuell wiedererrichtet. Mit VR-Brille und Kopfhörer können Bachfreunde eine Zeitreise in die Bach-Zeit unternehmen und mit der Kantate „Himmelskönig, sei willkommen“ (BWV 182) die besondere Akustik der einstigen Weimarer Schlosskapelle erleben.